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Kosmischer Schmelz

Ich suche nicht die Verschmelzung, sondern finde mich im Empfangen und Verströmen wieder. Und doch löst sich ab und zu Alles im süßen Nichts auf – so wie das Stück Schokolade in meinem Mund. Mein Gefühl von kosmischer Geborgenheit entspricht dem Nachgeschmack auf meiner Zunge. Beides bedarf eines Nachhallens in einem davon unterschiedenen Zustand. Beides ist ein Geschenk der Dualität.

Danke, dass ich Unterschiede erfahren darf. Danke, dass ich in all den Facetten all meiner Leben erfahren darf, wie es ist Alles zu sein. Danke, dass du in all den Facetten all deiner Leben erfahren darfst, wie es ist Alles zu sein. Danke, dass ich mich als Ausdruck eines Bewusstseins so weit ausdehnen darf, dass mir deine Erfahrung zuteil wird, so wie dir bei entsprechender Ausdehnung meine Erfahrung zuteil wird.

Dieses so hilfreiche Mein und Dein an Erfahrung wird möglich durch die Verteilung des einen Geistes auf all die verschiedenen Seelen, so wie sich eine Fallschirmspringer-Mannschaft eine Tafel Schokolade teilt, bevor sie sich in verschiedene Richtungen versprengt. Und doch schmilzt Schokolade überall gleichermaßen, wenn auch jeder eine andere Art hat, sie zu essen. Diese andere Art entspricht deiner im Unterschied zu meiner Art deine bzw.  meine Inkarnationen individuell zu gestalten.

Wir alle treffen uns wieder: im Seelenmeer, im Geist und in der einen Ewigkeit. Doch wisse auch: Dieser kleine Moment hier auf der Erde, so unerträglich oder wunderbar er dir im steten Wechsel erscheint, ist einzigartig. Er ist Ausdruck eines gigantischen Spiels, um zu erfahren, wie es ist, zu sein. Deshalb bist du hier.

So koste mit mir den kosmischen Schmelz. Ahhh… Erzähle, wie es dir schmeckt. Höre, wie es mir schmeckt. Fühlst du, wie wir die eine Schokolade sind, bevor sie in einem großen Mund zerrinnt?

Simone Meller

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