Alle Seins-Aspekte begegnen sich auf Augenhöhe, dienen dem Menschenpiel in Dualität und Polarität, sind liebevolle Helfer auf dem Weg ins Einheitsbewusstsein. Es dient deiner Entwicklung, mit ihnen zu spielen und ihren Rat einzuholen, wenn die Antwort NOCH NICHT in dir ist. Archetypisch erscheint dies als lebhafte Kommunikation und Auseinandersetzungen mit der geistigen Welt im weitesten Sinne. Das nenne ich spirituelles Lernen.
Wenn die Antwort auf eine Frage bereits in deinem wahren Sein ist und du sie nicht akzeptierst, verringert sich deine Schwingung. Denn damit verlässt du dein gewachsenes Einheitsbewusstsein. Wenn du die Antwort lieber von einem scheinbar überlegenem Seins-Aspekt hören willst, OBWOHL sie bereits in dir ist, gehst du wieder weiter zurück in die Dualität. Archetypisch erscheint dies als Ermächtigung der Teufelsaspekte. Du verlässt deine Ich-Bin-Kraft zugunsten einer Ich-bin-nicht-Kraft. Du opferst dein Licht der Finsternis. Das nenne ich spirituelle Regression (“Spirituell-nicht-erwachsen-werden-wollen”).
Die einzelnen Seins-Aspekte verschwinden an den Stellen deines Entwicklungsprozesses, in denen sie sich durch vielfältige Transformationsprozesse bereits in deinem Bewusstsein integriert haben (s. Von der Entfaltung zur Einfaltung). Von Fall zu Fall tauchen sie wieder auf, wenn sie noch gebraucht werden. Diese natürliche Entwicklung nenne ich spirituelles Erwachsenwerden.
Wenn du dich weigerst, das zu sein, was du gerade bist, weichst du deinem wahren Sein und seiner Transformation aus. Anstatt weich und demütig zu werden, wirst du hart und überheblich. Je nach Lebensphase nenne ich dies menschliches Überleben (Kindheit) bzw. spirituelles Überspringen (Erwachsenenalter). Der Unterschied ist, dass der spirituell aufgeschlossene Erwachsene im Unterschied zum Kind um das Menschenspiel weiß. Wenn er jedoch dieses Wissen vom Menschenspiel benutzt, um sein wahres Selbst zu übergehen (“Spiritual Bypassing”, s. auch Von der Schwierigkeit auf der Erde zu SEIN), verlängert er aktiv das Leid seiner Kindheit bis ins Hier & Jetzt. Einst warst er Opfer, heute ist er Täter gegen sich selbst. Erst durch liebevolle Annahme seines wahren Selbst erlöst er sich aus Opfer- und Täterspielen und findet die Augenhöhe zu allen Aspekten des Seins.
Alle hier beschriebenen Stadien spirituellen Wachstums dürfen sein. Es gibt keine feste, richtige Reihenfolge. Es gibt keine Garantie dafür, dass dir dieses oder jenes nicht mehr passiert. Es gibt keinen Grund, jemals von Achtsamkeit abzulassen. Und die Erlangung von Einheitsbewusstsein ist nicht das Ende des spirituellen Reifens.
Simone Meller

