Das kleine Kind erwacht des nachts und fühlt die Angst so groß. Es will zur Mutter in den Schoß, doch die liegt kalt und schwer im Bette nebenan. Da hebt das Kind zu singen an, so laut es seine Texte kann. Es singt so mutig seiner Angst entgegen, es singt sie fort hinaus aus dieser dunklen Nacht. Doch nun da wacht die Mutter auf, der Lärm ist ihr ein Garaus. Sie schlägt das Kind, es sei nur still, weil sie erschöpft und es so will. Sie spricht mit dem Arzt des Kindes, der verschreibt K.O.-Tropfen – für das Kind. Er liebt es nicht, was er da tut, aber es ist der einzige Weg, der in diesem Moment bleibt, das Kind vor der Mutter zu schützen. Im Schlaf entkommt das Kind seiner Angst und den Schlägen der Mutter. Später, wenn es erwachsen ist, wird es sich seinen Verletzungen stellen. Ich stütze die Mutter emotional, bis sie eines Tages den Kontakt abbricht. Ich achte den Seelenplan des Kindes und bleibe mit ihm in Liebe verbunden.
Simone Meller

