Frau Meller, Sie sind ja ganz schön offen…

Ich werde häufig auf meine Offenheit angesprochen, mit der ich Teile meiner Geschichte andeute oder erzähle. Mir war 2008 klar geworden, dass ich von meinen transformierten Schmerzen erzählen musste. Zum einen setzt nach der Transformation in Liebe ein “Vergessen” ein, das nicht zu verwechseln ist mit Verdrängung vor der Aufarbeitung. Vielmehr wandelte sich mein Leid in Liebe und löste sich damit wieder in der Einheit auf, dem einen Sein.

Zum anderen geht es um Glaubwürdigkeit. Menschen versuchten mich als Ausnahme zu sehen, die in ihrem Leben sehr viel Glück und deshalb leicht Reden hat. Sie benutzten diese Unterstellung, um zu rechtfertigen, warum meine Vorschläge ihnen nicht helfen könnten. Die Wahrheit ist: Ich habe mich Schmerzen gestellt, von denen viele Menschen dank Verdrängung nicht einmal wissen, dass sie sie haben. In diesem Mut habe ich die Gnade von Befreiung und Transformation erfahren. Dieses entwickelte Vertrauen gebe ich weiter. Meine Offenheit ist also ein wesentlicher Teil meiner Pionierarbeit. Ich locke aber nicht nur durch mein eigenes Beispiel Schatten ins Licht, sondern vor allem durch eine viel weiter gehende Offenheit, die mein Herz betrifft. Wie ein “Traumfänger” und viele andere Pioniere fange ich Schmerzen aus dem Kollektiv ein und wandle auch diese in Liebe. Als ob es meine eigenen Schmerzen wären. Letztlich entspringt sowieso alles einer einzigen Quelle.

Ich bekomme Rückmeldungen von Kunden, Kolleginnen, Freunden und völlig fremden Personen. Darüber bin ich froh, denn diese verschiedenen Perspektiven helfen mir, meine Arbeit einzuschätzen, Qualitätssicherung zu betreiben und mich noch klarer zu positionieren. Ich schätze es sehr, wenn Menschen offen ausdrücken, was sie erleben. Manche Feedbacks sind klar und treffsicher, andere vage oder Ausdruck eigener Ängste und Nöte. Gemeinsam ist allen, dass sie den Beginn eines stimulierenden Dialogs markieren, aus dem beide Seiten verändert hervorgehen. Wahre Begegnung berührt und setzt Impulse. Mir ist es gleich, ob ein Dialog mit Lob, Kritik, Projektion oder sonst wie beginnt. Jeder startet wie er kann. Hauptsache der Anfang ist gemacht. Klarheit entwickelt sich im Prozess.

Simone Meller
Foto: Pixelio, Bubi

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