Kategorie | Lyrik

Zum Nichts, das Alles ist

Der geschenkte Diamant ruht tief in meinem Bauch
und die Goldmünze aus Kälte gewandelt auch
Jetzt endlich bin ich schwer genug für diese Reise
sinke hinab ins tiefe Meer auf vertrauende Weise

Da sind meine treuen Riesen, schweben am Meeresgrund
schwimme zum liebsten Wal, hinein durch seinen Schlund

Ich fühle mich wohl im großen Bauch
aber etwas langweilig wird es auch.
Will wieder hinaus, doch soll ich bleiben
zu durchschauen quirlig-buntes Treiben

Die Illusionen wechseln rasch ihre Plätze
auch diese Bilderflut birgt ihre Schätze.
Der liebe Gott erscheint noch kurz vor Schluss,
mit weißem Bart, so dass ich lachen muss.

Ich umarme diesen alten Mann und werde eins mit ihm
Schau wieder hin, was bleibt – ein leerer Stuhl interim

Auch diesen Stuhl nehm ich in meiner Weite auf
mach freudig meine Augen für das Nächste auf
Ich sehe NICHTS und will es noch nicht fassen
ALLES in bilderloser Stille SEIN zu lassen

Simone Meller
Foto: Pixelio, Rainer Sturm

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