Vor ein paar Tagen fand ich dieses Foto wieder. Boah, unglaublich grün und blau und weiß! Die Farbkontraste stachen regelrecht in mein Auge, und ich staunte, dass ich “vergessen” hatte, wie farbenfroh Blankenese sein kann.
Als ich gestern im Café aufsprang mit den Worten “Oh, es hat aufgehört zu schneien. Ich muss gehen und Schnee schaufeln!” lachte der Inhaber. Denn normalerweise sagen wir in Hamburg “Oh, es hat gerade aufgehört zu regnen. Schnell, lass uns gehen.”
Große Teile von Blankenese haben bereits seit Wochen vor den Schnee- und Eismassen kapituliert. Nur noch wenige “Heinzelmännchen” trotzen regelmäßig der Witterung und halten ihre Gehwege frei. Viele Treppen und natürlich die Wanderwege sind mittlerweile unbegehbar. Jedenfalls nicht ohne alpine Ausrüstung und Seilschaften. Ich wolle es zuerst nicht wahrhaben, begab mich aber bereits vor einer Woche freiwillig auf alle Viere, um mich und meine Einkäufe zu retten.
Gemäß Bauernregel soll der Sommer heiß werden, und den Frühling habe ich auch schon gespürt. Aber wir leben, äh, schaufeln jetzt. Schneeschaufeln wird zur zweiten Natur. Nur wissen wir hier an der Elbe langsam nicht mehr wohin mit dem Zeug. Die ersten Monate abwechselnd nach rechts und links geschoben, gut. Und jetzt? Straßen und Wege werden schmaler, die Menschen kommunikativer. Für alle Generationen unfassbar, dieser Winter aller Winter.
Adé Wintermode, Moonboots sind klasse und robust. Denn ein Paar Lederstiefel sind bereits hinüber. Der gute alte Trick, den Salzflecken mit kaltem Kaffee beizukommen, hilft tatsächlich – aber nur auf den ersten Blick (der Lederschaden bleibt) . Oder habe ich einfach zu viel Salz abbekommen? Nach diesen weiblichen Sorgen konnte ich eben herzhaft lachen über eine männliche Perspektive. Bei Cordula Nussbaum las ich eine köstliche Kolummne, die da heißt “Ich liebe Schnee – eine Geschichte der besonderen Art…“.
Übrigens schneit es gerade. Mit Glück – es ist bereits Abend – durchgehend bis 20 Uhr. Denn dann muss erst morgen früh wieder geschaufelt werden – es sei denn, es schneit noch…
Simone MellerFoto: Pixelio, Markus Kräft




