Wenn die Phantasie einer Begegnung vorauseilt, ist der Moment gekommen, innezuhalten. Einkehren in sich, heimkehren ins Hier und Jetzt. Wohin eilen Wünsche und Ängste? Wofür stehen sie? Warum eilen sie? Was passiert in dieser Flucht aus der heiligen Präsenz des Seins? Das wahre Leben wird gemieden, ersetzt durch etwas, was handlicher scheint. Letztlich ist es Betrug. Es ist Selbstbetrug. Vorauseilende Phantasie betrügt um die Gegenwart. Sie erschwert lebendig quirlende und ruhende Begegnung. Sie verhindert knospende Augenblicke wie der Himmel sie schickt. Phantasie bringt scheinbar Kontrolle zurück. In Wahrheit hemmt sie Entwicklung. Schwingend von Moment zu Moment möchte sich reines Lebens entfalten. Das Phantasieren bewusst zu bemerken erinnert daran: Hier und jetzt fließt das Leben.
Simone Meller
Foto: Pixelio, Rainer Sturm





3 Kommentare zu “Phantasieren bemerken”
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[...] du dich entscheidest deine Phantasien anzuschauen anstatt dich in ihnen zu [...]