Vorbemerkung: Für das Verständnis dieses Beitrags ist der Kontext aus Teil I hilfreich
.
In einschlägigen Kreisen bin ich dafür bekannt, dass ich der Systemdiskussion überdrüssig bin, was letztlich auch den Wechsel meines Studienfachs und anschließend den Fokus von Schwungwerk begründete. Das gilt auch und gerade in der vielernorts propagierten Wirtschaftskrise. Ich habe im vergangenen Herbst den öffentlichen Vortrag eines Referenten ergänzt oder gestört (das liegt in der Perspektive des Betrachters), der m.E. einseitig darauf abzielte, das System “Geld” als Sündenbock zu diffamieren und die Eigenverantwortung von uns allen im Umgang mit Geld, also unseren Bewusstseinszustand, auszublenden. Meiner Beobachtung nach wird Geld überwiegend von solchen Menschen abgelehnt, die wenig davon haben (Mangelbewusstsein) oder die viel davon haben, dafür aber ihre Seele verkaufen (Selbstverrat), also ihr Geld mit Tätigkeiten verdienen, die sie nicht im Herzen erfüllen. Meinerseits war es nicht mal provokativ gemeint, als ich öffentlich erzählte, dass ich Geld liebe, dass ich es wunderbar finde, nur mit einer kleinen Kreditkarte ausgerüstet, überall auf der Welt das kaufen zu können, was ich brauche. Geld ist gespeicherte Energie. Ich finde es sehr praktisch, dass ich beim Besuch eines Restaurants in Andalusien nicht erst den spanisch sprechenden Kellner coachen muss, um im Tauschhandel mein Essen bezahlen zu können, sondern dass ich diese Energie bereits mitbringe. Naja, mir wurde dann erzählt, wie böse Geld ist und wieviel Leid es über die Menschheit bringt. Ja, so meine Entgegnung, aber das geschieht immer nur dann, wenn wir nicht liebevoll und verantwortungsbewusst mit Geld(entscheidungen) umgehen. Jedes System kann missbraucht werden. Aber der Missbrauch liegt nicht im System begründet, sondern im Bewusstseinszustand (siehe Foto) der Menschen, die es benutzen.
Hups, das ist jetzt eine zweite Vorbemerkung geworden
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Also: In der besagten Xing-Diskussion über Wirtschaft und Liebe musste über große Strecken auch mal wieder das System dafür herhalten, dass noch so wenig Liebe in der Wirtschaft zu spüren ist. Hingegen sehe ich es so, dass es an jedem einzelnen von uns liegt, Liebe in die Wirtschaft zu tragen und zwar durch Selbstliebe und Wagemut. Die kollektive Transformation erfolgt durch die individuelle Transformation von immer mehr Einzelpersonen.
Da meine Zitiermöglichkeiten zum einen durch die Masse an Beiträgen (mittlerweile sind es 89) und zum anderen durch die inviduellen Datenschutzeinstellungen der Teilnehmer/innen beschränkt sind, nutze ich doch schelmisch die Gelegenheit zum Vollzitat meines vorletzten Beitrags vom 01.08.2009 mit der Überschrift “Wirtschaft und Liebe — die Herzen sprechen lassen”:
Text und Foto: Simone MellerMich erinnert diese Diskussion phasenweise in ihrer Struktur an eine Dynamik der christlichen Kultur: “Liebe deinen Nächsten” wird propagiert, während der entscheidende Zusatz “WIE dich selbst” oft unter den Tisch fällt. Daraus wurde dann eine Praxis à la “Liebe deinen Nächsten MEHR als dich selbst”. Ähnlich nehme ich in Systemdiskussionen wahr, dass Normen/Verhaltenskodizes beschrieben werden (“Wir müssen/sollten uns so und so verhalten”), während die Selbstliebe vernachlässigt wird. Ich stehe dazu in geringer Resonanz, weil es sich wenig liebevoll für mich ANFÜHLT.
GROSS gedacht: Wenn sich alle Menschen selbst (!) lieben würden, gäbe es keinen Streit, keinen Mangel, keine Systemdiskussion mehr. Dann wäre auch der Evolutionszyklus der Erde abgeschlossen, um dessen Erfahrung Willen wir hier sind. In meinem transkonfessionellen Verständnis von Spiritualität SIND wir Gott/höhere Macht/Quelle/wie auch immer man es bezeichnen mag, die zersplittert in viele Varianten die Selbsterfahrung “Leben auf der Erde” macht. Wir kehren in Äonen dorthin zurück, wo wir herkommen – allerdings mit dem wesentlichen Unterschied, dass wir in der Illusion der Dualität ERFAHREN haben werden, was Liebe ist. Während wir vorher in der Einheit, die nichts als reine Liebe ist, zum Beispiel nicht spüren können, wie es ist, einem Menschen zu verzeihen, sich selbst zu verzeihen… Wir könnten nicht spüren, wie es ist, um gegenseitiges Verstehen zu ringen, wie es hier in dieser Diskussion geschieht.
KLEINschrittig gedacht: In einer Gruppe, in der jeder liebevoll für sich sorgt, ist für alle gesorgt. Liebevoll für mich zu sorgen, bedeutet in wachsender Übereinstimmung mit meiner Seele/höherem Selbst/wie auch immer man es bezeichnen mag, zu leben. Es beinhaltet vor allem auch die Fähigkeit zur Selbstbehauptung, zur Abgrenzung, zum Nein-Sagen zum Unstimmigen, zum bedingungslosen JA für sich selbst. Ich spreche gerne von der Verwirklichung des “wahren Selbst (im Gegensatz zum “falschen Selbst”). Man kann es auch als Individuation, Selbstaktualisierung, spirituelles Erwachen, zunehmende Erleuchtung oder wie auch immer bezeichnen. Das Fühlen ist wichtiger als das wörtliche Bezeichnen. Ich kann bei mir und bei anderen SPÜREN, ob in Übereinstimmung mit dem wahren Selbst oder in Entfremdung davon gehandelt wird.
Ein wesentliches Kennzeichen der Neuen Energie ist, dass immer mehr Menschen immer öfter ihre Seele in das hineinfließen lassen, was sie ALLTÄGLICH tun. Es ist eine WELLE, die sich ausbreitet. Es sind hochindividuelle Transformationen, die letztlich Mosaiksteinchen im kollektiven Bewusstseinswandel sind. Dort, wo noch alt-energetisch gelebt, gewirkt, gewirtschaftet wird, wird die Seele ausgeschlossen, die Trennung von Liebe ausprobiert und erfahren. Und zwar paradoxerweise aus der illusionären Angst heraus, sonst für andere nicht liebenswert sein zu können (=Orientierung am falschen Selbst “wie-ich-glaube-sein-zu-müssen, damit ich Anklang-finde”). Ich kann mir noch sehr wünschen, andere würden wahrhaftiger handeln, wirklich verändern kann ich es nur JETZT bei mir, indem ich immer mehr Authentizität WAGE.
Der kollektive Bewusstseinswandel besteht aus individuell wachsender Selbstliebe. Jeden Tag frage ich mich, ob es nicht noch etwas liebevoller für mich selbst geht. Wow, es geht noch liebevoller?! Unglaublich! Tag für Tag! Und je mehr ich mich für die Selbstliebe öffne, desto mehr quillt über mich hinaus in die Welt. Still und leise. An den Stellen, an denen ich mich liebe, vermag ich andere nicht mehr zu verletzen (wohl aber Grenzen zu setzen und Erwartungen zu ent-täuschen). Dort, wo ich anderen tatsächlich noch weh tue, wird mir gespiegelt, an welchen Stellen es mir noch an Selbstliebe mangelt.
Kurz: Wenn mein (wirtschaftliches) Handeln kein Audruck von Selbstliebe ist, ist es auch niemals Ausdruck von Liebe für eine Person, eine Gruppe, eine Sache etc. Wenn mein Handeln nicht durch Selbstliebe getragen, sondern von Hunger nach Liebe (Bestätigung!) durch andere angetrieben wird, ist dies ABHÄNGIGKEIT (keine Liebe!) aus einer Opfer-Haltung heraus. In dieser Liebe nur heuchelnden Haltung werde ich nie finden, was ich suche, wohl aber wird mir meine Haltung im Außen (“dem System”) mannigfaltig gespiegelt werden und mir solange auf den Keks gehen, bis ich mich wieder und wieder entscheide, mich selbst zu lieben.
In anderen Worten und knapper steht dies bereits im Eröffnungsbeitrag dieses Threads durch Rainer Wahl. Obwohl ich nur von Zeit zu Zeit den Impuls verspüre, mich hier einzuklinken, lerne ich beim Verfolgen der Diskussion sehr viel. Ich staune vor allem darüber, auf wie viele unterschiedliche Weisen versucht wird, dasselbe (?) auszudrücken und wie Missverständnisse dadurch entstehen, dass Begriffe (Werte, Erleuchtung, Liebe etc.) unterschiedlich besetzt sind. Ich erlebe das anstrengend, solange ich an Begriffen hänge. Es gibt beim Reden über Spiritualität noch (?) keine konsensuale Sprache
. Verbindung kann nur über das Fühlen der verschwiedenen Schwingungen wahrgenommen werden. Dies bestärkt mich in meinem Ansatz, Menschen zum Fühlen einzuladen, gerade also in der Wirtschaft zunehmend die Herzen sprechen zu lassen.





2 Kommentare zu “Diskussion: “Wirtschaft und Liebe” (Teil II)”
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[...] 100 Artikeln statt. Die Essenz meiner persönlichen Lernerfahrungen schilderte ich in Teil I und Teil II meiner subjektiven Berichterstattung. Dankenswerterweise hat mein Kollege Rainer Wahl nun Anfang [...]
[...] ich neulich meinem Überdruss angesichts von Systemdiskussionen Luft machte, erinnerte ich mich an einen ähnlichen Absatz in meiner Diss und plötzlich WUSSTE [...]