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Auf der Suche nach eigenwilligen Verbindungen

Bereits als Kind habe ich mich gefragt, woher wir denn wüssten, dass wir jetzt wach seien und nur nachts träumten – ob es nicht auch umgekehrt sein könnte? Dem Pfarrer stellte ich eigenwillige Fragen zum Kindergottesdienst und trat noch vor dem Geldsegen der Konfirmation aus der Kirche aus. Statt Religionsunterricht hatte ich fortan eine Freistunde, da die Fächer Ethik und Philosophie erst später eingerichtet wurden. Unter meinen Schulaufsätzen in Deutsch und Französisch stand häufig, dass man meine Meinung zwar nicht teile, jedoch aufgrund der in sich schlüssigen Argumentation zu einer sehr guten Bewertung gelangt sei. Auch in Mathematik war ich fit und diskutierte mit meinem Lehrer den mangelnden Humanismus seiner Textaufgaben.

An der Uni wurde ich in Psychologie-Seminaren aufgrund meiner strukturierten Denkweise manches Mal für eine BWLerin gehalten. Hingegen hatte ich kurz zuvor mein Politologie- und mein VWL-Nebenfachstudium abgebrochen, weil ich bereits in der Schule nicht verstanden habe, warum Wirtschaft immer wachsen muss. Das Argument der Inflation befriedigt mich bis heute nicht, macht doch die Endlichkeit unserer irdischen Ressourcen deutlich, dass Wirtschaft eben nicht unbegrenzt wachsen kann. Aktuell verdeutlichen dies die gegenwärtigen Energiepreise oder der Müllskandal in Italien. Ich arbeitete viele Jahre in der überparteilichen politischen Bildung und wurde letztlich Psychologin und Psychotherapeutin, weil ich erkannte, dass alle gesellschaftlichen Veränderungen immer aus der Tiefe der menschlichen Seele resultieren. Menschen können sich nur verändern, wenn sie sich mutig aus ihren Verstrickungen lösen. Jeder, der dies wagt, bewirkt unweigerlich Veränderung in seinem Umfeld.

Ich folge der Vision, dass gesellschaftliches Miteinander desto friedvoller wird, je mehr Frieden jeder einzelne in sich selbst findet. Ich bin davon überzeugt, dass sich wirtschaftliches Handeln und menschenfreundliches Leben wunderbar vereinbaren lassen, und bin dankbar, wenn ich dies im Rahmen meiner Arbeit zeigen darf.

In den letzten Jahren treffe ich verstärkt auf Menschen, die Wirtschaft und Spiritualität aktiv zu verbinden versuchen. Mir wurde dabei allmählich immer klarer, welchen Weg ich mit Schwungwerk bereits beschritt. Kraftvolle Höhepunkte waren für mich Kongresse, z.B. zur “Achtsamkeit” (2006 in Witten-Herdecke) und “Wirtschaften mit Geist und Seele” (2008 in Bad Kissingen). Das Aufeinandertreffen so vieler Menschen mit Pioniergeist und Querdenkertum macht Mut! Mittlerweile positioniere ich mich in der Öffentlichkeit stärker und beobachte, wie dies andere in meinem Umfeld zu eigener Veränderung inspiriert – und wie diese Veränderung anderer wiederum mich zu neuen Schritten anregt…

Simone Meller
Foto: Rainer Sturm, Pixelio

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